Die Erinnerung an einen Satz aus der Kindheit, ist nach über 50 Jahren immer noch sehr präsent. Es geht darum, dass jeder Mensch einmalig ist. Ich mache mir regelmässig Gedanken über die Einmaligkeit der Menschen. Ich überlege mir auch, wie die Welt aussehen würde, wenn mehr Menschen ihre Einmaligkeit und Einzigartigkeit leben würden. Meine Gedanken darüber habe ich in diesem Beitrag aufgeschrieben.
Erinnerung an eine Religions-Stunde in der Schule
Immer wieder erinnere ich mich an eine meiner ersten Religions-Stunden in der Schule. Wir durften ein Foto von uns auf die erste Seite im Heft kleben, die Seite bemalen und als Titel mit grossen Buchstaben schreiben: Ich bin einmalig. Es wurde uns erklärt, dass Gott jedes Wesen anders gemacht hat und kein Wesen, wie das andere ist.
Wenn ich mich so zurück fühle, hat mich das damals schon sehr berührt. Ich finde es wunderschön, was wir da im Unterricht gestaltet haben. Meinen Glauben an die katholische Kirche habe ich seither aufgegeben, mein Glaube an das Göttliche und das Universum ist geblieben. Wenn ich an diese Erinnerung denke, stimmt mich das sehr nachdenklich. Wenn ich mich zurück erinnere, habe ich das Gefühl, dass in meinem Umfeld Einmaligkeit nur in einem gesetzten Rahmen erlaubt war. Öfters habe ich mich gefragt, wann ich meine Einmaligkeit aufgegeben habe und mich in die Masse pressen liess.

Ich wollte einmalig sein, war aber trotzdem sehr angepasst
Während der ganzen Schul- und Ausbildungszeit und auch viele Jahre in meinem Erwachsenen-Leben, war ich sehr angepasst. Meine Einmaligkeit zeigte ich nur, sofern es in das Bild der Gesellschaft passte. Ich traute mich nicht, für mich und meine – manchmal seltsamen – Ansichten und Wünsche einzutreten. Ich hörte immer wieder den Satz: «das macht man nicht».
Meine Eltern können ein Lied davon singen, wie oft ich sie gefragt habe, wer denn dieser «man» ist. Bei meinen Eltern traute ich mich noch, zu hinterfragen – ein grosses Dankeschön an sie. Doch in der Schule und bei meinen Freunden blieb ich still. Ich wollte nicht zur Aussenseiterin werden. Es gehörte sich einfach nicht, aus dem Rahmen zu fallen. Warst du als Kind auch so? Hattest du Widerstände und Ideen, die du zugunsten der Anpassung verdrängt hast?
Weniger Einmaligkeit – mehr Kontrolle
Ich wurde dadurch zu einem sehr kontrollierten und zurückhaltenden Menschen. Als Kind redete ich ziemlich unbeschwert darauf los. Je älter ich wurde, desto mehr spürte ich, dass es im Moment einfacher ist, wenn ich mich anpasse. Bevor ich handelte oder redete, überlegte ich zuerst, was wohl die anderen über das denken, was ich äussere. Meistens sagte ich dann eben Nichts. Kommt dir das bekannt vor? Du möchtest etwas sagen, merkst aber, dass du mit dieser Meinung gerade alleine bist. Also hältst du dich zurück und schweigst. Dabei wären gerade deine Meinung und deine Sicht auf die Dinge wichtig. Sie können einen anderen oder einen ergänzenden Blickwinkel auf die Situation geben.
Energiearbeit war mein Augenöffner
Durch meine damalige Reitlehrerin kam ich zur Energiearbeit. Sie hat dies in die Reitstunde integriert, wenn es der Wunsch des Schülers war. Ich begann mich dafür zu interessieren, weil ich mich erinnerte, dass ich als Kind viel mehr gespürt hatte, als gesagt oder getan wurde. Es war mir in einer Situation oft nicht verständlich, was im Aussen ablief, da die Energie für mich etwas ganz anderes zeigte.
Das war eben genau etwas von dem, bei dem ich lernte, mich zurückzunehmen. Ich las über Energiearbeit alles, was ich finden konnte. Zusätzlich bat ich das Universum, mir einen Weg zu zeigen. So wurde ich auf Pranic Healing aufmerksam Von dieser Energie-Heilmethode war ich sofort begeistert und habe Kurse dazu besucht und mich aus- und weitergebildet in dieser Methode.
Energie-Arbeit hat mein Leben verändert. Energien wahrzunehmen war ein Teil meiner Einmaligkeit, den ich unterdrückt habe. Diesen Feinsinn wieder zu integrieren, hat mein Leben extrem bereichert. Die Kontrolle loszulassen und die Energien wieder voll zu spüren, war ein Lernprozess. Klar gab es auch herausfordernde Situationen. Im Ganzen gesehen, war es aber eine grosse Bereicherung für mein Leben auf dem Weg zurück zu dem, was mir in meiner ersten Religions-Stunde beigebracht wurde. Mein Lebensgefühl hat sich total verändert, seit ich auf diesem Weg bin und der Weg geht noch weiter.

Meine Enkelkinder zeigen ihre Einmaligkeit
Ich habe sechs Enkelkinder. Ich finde es wunderschön, mit ihnen Zeit zu verbringen und sich auf sie einzulassen. Für die Jüngeren ist das Leben noch ein Spiel. Sie sind sehr fantasievoll und sie äussern noch alles, was sie denken. Wir können viel von Kindern lernen, wenn wir uns auf sie einlassen und sie nicht schon von klein auf in eine Form pressen. Jedes meiner Enkelkinder hat zu einem anderen Zeitpunkt gehen oder sprechen gelernt. Jedes meiner Enkelkinder hat einen speziellen Wesenszug. Es wird sich auf dem weiteren Weg noch mehr Einzigartiges zeigen und das ist richtig so. Ich möchte sie dabei unterstützen, dass das möglichst lange so erhalten bleibt und sie ihr Leben gestalten können.
Was wäre, wenn du und alle anderen Menschen ihre Einmaligkeit leben würden?
Wenn du deine Einmaligkeit lebst und deine Wünsche und Visionen aus deinem wahren Inneren umsetzt, wirst du ein entspanntes und freudvolles Leben führen. Selbstbewusst verkündest du deine Ideen und Ansichten und vertrittst deine Meinung. Du zeigst und lebst auch deine aussergewöhnlichen und exklusiven Seiten, ohne «schräg» angesehen zu werden.
Stell dir jetzt vor, dass du in einer Welt lebst, in der schon alle Kinder gelernt haben, dass sie einmalig sein dürfen, sogar dafür bewundert werden und dies auch im Erwachsenenalter leben. Wie würde die Welt aussehen? Ich bin überzeugt, dass wir eine sehr bunte, vielfältige Welt hätten. Zudem wäre es eine Welt, in der viel Akzeptanz herrscht und andere Meinungen gehört und anerkannt werden. Klar wird es weiterhin Herausforderungen und Konflikte geben. Durch die Offenheit und Vielfalt wird es jedoch auch viel mehr Lösungsansätze geben.
Stell dir vor dein Motto lautet: Ich darf mich ausprobieren
Wie sieht es mit deiner Einmaligkeit aus? Bist du dir bewusst, welche Anteile von dir du unterdrückst, weil sie in den Augen deines Umfeldes speziell sind. Vielleicht merkst du auch, dass du unzufrieden bist, weil du nicht alle Seiten von dir zeigen kannst. Willst du das verändern?
- Notiere, welche Einmaligkeit du noch unterdrückst
- Überlege dir, wo du zuerst etwas verändern möchtest
- Schreibe dir kleine Schritte auf, mit denen du deine Einmaligkeit ins Leben integrieren kannst
- Beginne mit der Umsetzung
Sei mutig und gehe deinen Weg. Ich bin überzeugt, dass dein Leben danach freudvoller und erfüllter sein wird. Erlaube dir, dich und verschiedenen Dinge auszuprobieren, ohne Skepsis und Selbstzweifel – einfach weil sie Anteile von dir sind und dir Spass machen. Bewerte dich nicht dafür und lass nicht zu, dass Bewertungen von anderen, deinen Weg beeinflussen.
Möchtest du gerne Begleitung auf diesem Weg, schau dir gerne meine Angebote an.

Fazit
Ich wünsche mir eine Welt, in der Einmaligkeit „das Normal“ ist und jeder seine Facetten leben darf, ohne dafür bewertet zu werden. Das dies herausfordernd ist, habe ich selber erlebt und ich habe mich lange Zeit angepasst. Ich habe jedoch auch erfahren, dass dies geändert werden kann und dass sich dadurch mein Lebensgefühl stark verändert hat. Entdecke und lebe deine Einmaligkeit und Einzigartigkeit, mit der du geboren wurdest. Damit bringst du eine andere Energie in die Welt und kannst ein Leuchtturm sein, der anderen den Weg zeigt.
